Zurück zum Blog

Sütterlin lesen lernen: Anleitung für Anfänger

Viele Familien besitzen Briefe, Tagebücher oder Rezepte in Sütterlinschrift – geschrieben von Großeltern oder Urgroßeltern zwischen etwa 1915 und 1945. Die Schrift wirkt auf den ersten Blick fremd und schwer lesbar. Mit etwas Übung und dem richtigen Sütterlin-Alphabet können Sie jedoch bald die ersten Wörter und Sätze entziffern. Dieser Artikel gibt eine praktische Anleitung, wie Sie Sütterlin lesen lernen.

Was ist Sütterlinschrift?

Die Sütterlinschrift wurde 1911 von Ludwig Sütterlin im Auftrag des preußischen Kultusministeriums entwickelt. Sie sollte Kindern das Schreibenlernen erleichtern, weil die Buchstaben klarer und ruhiger geformt sind als die ältere Kurrentschrift. Ab 1915 wurde Sütterlin in vielen deutschen Schulen unterrichtet und blieb bis in die 1940er Jahre in Gebrauch. Wer also Omas Schulhefte oder Briefe aus dieser Zeit hat, stößt sehr oft auf Sütterlin.

Das Sütterlin-Alphabet: Die wichtigsten Buchstaben

Beim Sütterlin lesen lernen hilft es, die typischen Formen zu kennen. Viele Kleinbuchstaben ähneln sich: „e“, „n“ und „u“ sehen oft sehr ähnlich aus. Das „e“ hat eine runde Schleife, das „n“ zwei Bögen, das „u“ ähnlich wie „n“, aber mit anderem Ansatz. Die Großbuchstaben weichen stärker von unserer heutigen Lateinschrift ab – zum Beispiel das „A“, das wie ein großes „u“ mit Deckstrich aussieht. Am besten drucken Sie sich ein Sütterlin-Alphabet aus und legen es beim Lesen neben sich.

Praktische Tipps zum Üben

Beginnen Sie mit kurzen, klaren Texten: Postkarten oder kurze Briefabschnitte. Lesen Sie Wort für Wort und vergleichen Sie unsichere Buchstaben mit dem Alphabet. Bei schwer lesbaren Stellen hilft es, das Wort im Kontext zu raten: Namen, Ortsbezeichnungen und wiederkehrende Floskeln („Liebe Grüße“, „Dein Vater“) kommen oft vor und erleichtern das Entziffern. Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Dokumente auch von einem Dienst wie OmasTagebuch transkribieren lassen – so erhalten Sie einen lesbaren Text und können beim Nachvollziehen gleich Ihr Sütterlin-Verständnis verbessern.

Warum Sütterlin lesen lernen?

Alte Handschriften sind ein direkter Zugang zur Familiengeschichte. In Briefen und Tagebüchern stehen oft Erlebnisse, Gefühle und Alltägliches, das in keinem Geschichtsbuch steht. Wer Sütterlin lesen lernt – oder die Texte transkribieren lässt – bewahrt diese Erinnerungen für die nächsten Generationen. Wenn Sie mehr über die Geschichte der deutschen Handschrift erfahren möchten, finden Sie im Blog einen eigenen Artikel dazu.

Sie haben viele Seiten in Sütterlin und wenig Zeit? Mit OmasTagebuch laden Sie einfach Fotos oder Scans hoch und erhalten in wenigen Minuten eine lesbare Transkription – kostenlos zum Ausprobieren für die ersten Seiten.

Haben Sie Briefe oder Tagebücher in Sütterlin oder alter Schrift? Probieren Sie die Transkription kostenlos aus.