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Alte deutsche Schrift entziffern: Von Kurrent bis Sütterlin

Ob in Archiven, auf alten Urkunden oder in Omas Nachlass: Alte deutsche Schrift begegnet uns in vielen Formen. Von der geschwungenen Kurrentschrift über die etwas ruhigere Sütterlinschrift bis zur gedruckten Fraktur – wer Familienunterlagen oder historische Dokumente lesen möchte, braucht Grundwissen über diese Schriften. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Arten und gibt Tipps, wie Sie alte deutsche Schrift entziffern.

Kurrentschrift: Die Schreibschrift bis ins 20. Jahrhundert

Die Kurrentschrift (auch „deutsche Schreibschrift“ genannt) war über Jahrhunderte die übliche Schreibschrift im deutschsprachigen Raum. Sie zeichnet sich durch spitze, eckige Formen und starke Ober- und Unterlängen aus. Viele Buchstaben sehen für heutige Augen sehr ähnlich aus – „e“, „n“, „m“ und „i“ erfordern genaues Hinsehen. Wer Kurrentschrift lesen möchte, sollte sich mit einem Kurrent-Alphabet vertraut machen und mit einfachen, gut leserlichen Texten beginnen. Dokumente aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert sind oft in Kurrent geschrieben.

Sütterlin: Die vereinfachte Schulschrift

Sütterlin ist eine ab 1915 verbreitete Vereinfachung der Kurrentschrift. Die Buchstaben sind runder und einheitlicher, was das alte Schrift entziffern oft erleichtert. Wenn Sie wissen, dass ein Text aus der Zeit zwischen etwa 1915 und 1945 stammt, handelt es sich häufig um Sütterlin. Eine detaillierte Anleitung finden Sie in unserem Artikel Sütterlin lesen lernen.

Fraktur: Die gedruckte „deutsche Schrift“

Fraktur ist eine Druckschrift, keine Handschrift. Sie wurde lange für Bücher, Zeitungen und offizielle Drucke verwendet. Die typischen „gebrochenen“ Formen und die schwarzen Lettern wirken heute fremd, aber mit etwas Übung lassen sich Fraktur-Texte oft leichter lesen als handgeschriebene Kurrent, weil die Buchstaben klar und einheitlich sind. Bei handschriftlichen Dokumenten dominierten dagegen Kurrent und später Sütterlin.

So gehen Sie beim Entziffern vor

Zuerst: Schriftart grob einordnen (Kurrent, Sütterlin, moderne Handschrift). Dann kurze Abschnitte wählen und Wort für Wort mit einem Alphabet abgleichen. Unleserliche Stellen vorerst auslassen und aus dem Kontext erschließen. Bei vielen Seiten oder schlecht lesbaren Vorlagen kann eine Transkription per KI oder Dienstleister sinnvoll sein – zum Beispiel mit OmasTagebuch, wo Sie Fotos oder Scans hochladen und lesbaren Text erhalten. Mehr dazu in unserem Beitrag Omas Briefe und Tagebücher transkribieren lassen.

Haben Sie Briefe oder Tagebücher in Sütterlin oder alter Schrift? Probieren Sie die Transkription kostenlos aus.